Buchtipp: Günter Grass „Beim Häuten der Zwiebel“


Das späte Eingeständnis seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS hat das Erscheinen dieses Buches zum Event gemacht. Mit etwas Abstand zu den zum Teil sehr heftigen Reaktionen, lesen sich die ersten Erinnerungen von Günter Grass spannend, ironisch, und überaus selbstkritisch. Sie umfassen die Zeitspanne vom „Ende seiner Jugend“, die Grass auf den Ausbruch des 2. Weltkriegs am 1. September 1939 datiert, und in Danzig unmittelbar erlebt, und reichen bis zum Erscheinen seines bis heute bekanntesten Romans „Die Blechtrommel“ 1958. Wer wissen will, wo der Literaturnobelpreisträger Grass die Vorlagen für seine Romanhelden und Stoffe gefunden hat, wird in diesem sehr lesenswerten Buch schnell fündig. Ich kenne niemand, der mit der deutschen Sprache so umgehen kann, wie Günter Grass. Das gilt für seine Romane ebenso, wie für die Häutungen der Zwiebel.

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