Mit 50 Tankstopps um die Welt – Volkswagen Magazin 01/06

Shell Fuel Challenge – Ein australisches Paar will mit einem Spritsparrekord ins Guinessbuch der Rekorde. Start war Mitte Januar in London , momentan durchqueren die Taylors Australien.

ASV Interactive und Bertelsmann Arvato mobile: Mobile Hochzeit (Adzine)

Mitte November gab die Bertelsmann-Tochter Arvato mobile die geplante Übernahme der Springer-Tochter AS Interactive bekannt. Mit dem Kauf entsteht ein neuer Marktführer für das stark wachsende Geschäft mit Klingeltönen, Logos, Gewinnspielen, Votings und Chats auf dem Handy.

Konkurrenz für Jamba und Co? Es geht um eine junge Zielgruppe, die der Heavy-Handy-Nutzer und es geht um einen großen Markt: Über 70 Millionen Handys sind in Deutschland jeden Tag im Schnitt 14 Stunden lang eingeschaltet und versenden über zwei Milliarden SMS pro Monat. Der typische SMS-User ist vergleichsweise jung (13 bis 35 Jahre) und technikaffin. Anbieter wie Arvato mobile versorgen diese Zielgruppe im Auftrag von Markenartiklern, wie Colgate Palmolive, mit SMS-Gewinnspielen und Votings per Handy. Belohnt werden die Teilnehmer mit Logos und Klingeltönen, die auf die Marke hinweisen.

Adzine sprach mit Bernhard Ribbrock, Chief Executive Officer von Arvato mobile, über das mobile Geschäft und den geplanten Zukauf der Springer-Tochter, dem das Bundeskartellamt noch zustimmen muss.

Zur Person: Bernhard Ribbrock ist seit Mai 2002 CEO von Arvato mobile (www.arvato-mobile.de). Er kam im April 1979 zum Bertelsmanns Buchclub, in dessen Führung er 1984 berufen wurde. 1987 übernahm Ribbrock die Leitung der Abteilung Kommunikationsnetze bei Bertelsmann. Von 1995 bis 1996 war er stellvertretender Geschäftsführer der „Zentralen Informationsverarbeitung“.
Im Oktober 1996 gründete Ribbrock „mediaWays“ als Joint Venture von Bertelsmann und dem Debis Systemhaus. Nach dem Verkauf an Telefónica arbeitete Ribbrock bis Anfang 2002 dort als CEO. Im Mai 2002 kehrte er zu Bertelsmann zurück und übernahm die Geschäftsführung der neu gründeten Mobil-Einheit, die erst handy.de, dann bemobile hieß und jetzt unter arvato mobile firmiert.

Adzine: Sie haben AS Interactive Mitte November komplett übernommen – warum?

Ribbrock: Das Geschäft von AS Interactive passt hervorragend zum Produktportfolio von arvato mobile, da es das Angebot komplementär ergänzt und so nachhaltig erweitert. arvato mobile wird durch diese Übernahme einer der führenden europäischen Anbieter von Massen – Mehrwertdiensten im Mobilfunk- und Festnetzbereich.

Adzine: Hat die Kartellbehörde die Übernahme von AS Interactive schon genehmigt? Wann rechnen Sie mit einer Entscheidung?

Ribbrock: Die Kartellbehörde hat die Übernahme noch nicht genehmigt. Wir rechnen mit einer Entscheidung in den kommenden Wochen.

Adzine: Die Springer-Tochter AS Interactive bietet Mehrwertdienste im Bereich Audiotext, Handys, Internet und TV. Liefert Bertelsmann zukünftig für Sat1 und Pro7 den Videotext?

Ribbrock: Als Dienstleister sprechen wir grundsätzlich nicht darüber, welche Kunden wir haben. Die in der Frage angesprochene Unternehmensgruppe ist für uns ein potenzieller Kunde wie jeder andere, den wir mit unserem Angebot überzeugen müssen.

Adzine: Welche Bedeutung werden die folgenden Bereiche haben: SMS-Infodienste, SMS Votings, SMS Teletext Chats?

Ribbrock: SMS-Votings werden aus unserer Sicht die größte Bedeutung haben, gefolgt von SMS-Gewinnspielen. SMS-Infodienste und SMS Teletext Chats werden vom Volumen her sicherlich darunter liegen.

Adzine:
Wie wird sich der mobile Entertainment Markt 2006 entwickeln? Welchen Anteil am Gesamtmarkt peilt arvato mobile in Deutschland an?

Ribbrock: Der mobile Entertainment Markt wird nach unserer Einschätzung auch 2006 überproportional wachsen. Das Ziel von arvato mobile ist es, die führende Marktposition in Deutschland zu festigen und weiter auszubauen.

Adzine: Wie sehen sie die Entwicklung bei SMS-Gewinnspielen für Markenartikler: Wie hoch ist hier die Akzeptanz, bezogen auf die Teilnehmer und die Responsequote?

Ribbrock: Das Thema Gewinnspiele für Markenartikler hat sich am Markt etabliert und wird von vielen Unternehmen immer stärker zur Kundenbindung genutzt. Die Responserate ist jeweils abhängig von der Attraktivität des Gewinnspiels und der Bekanntheit der Marke.

Adzine:
Wie sehen Sie das Problem Spam-SMS? Wie gehen Sie damit um?

Ribbrock: Ähnlich wie bei E-Mails sind Spams auch bei SMS ein Problem. Und ähnlich wie im Internet gibt es auch im mobilen Bereich Vorkehrungen und Filter, um Spam-SMS weitgehend zu unterbinden.

P.S.
Noch hat sich der Springer-Verlag nicht ganz von seiner interaktiven Tochter getrennt: Auf der Website fanden sich Ende November noch alle Infos zu AS Interactive (siehe http://www.axelspringer.de/inhalte/angebot/frame.htm). Offensichtlich wartet der Springer-Verlag das Votum des Bundeskartellamtes ab, das zurzeit auch über den geplanten Kauf von Sat1 und Pro7 zu entscheiden hat.

Lycos Europe im Frühjahr mit neuer Suchmaschine (Adzine)

Interview mit Christoph Mohn, Geschäftsführer Lycos Europe

von Helge Denker

Neben den klassischen Provider-Portalen, wie AOL, T-Online und Yahoo, bauen auch inhalteorientierte Portale mit Provider-Angebot, wie Lycos Europe, ihr Online-Angebot aus. Die Firma mit dem schwarzen Labrador will sechs Jahre nach dem Börsengang endlich in die gleichfarbigen Zahlen und endlich Gewinne schreiben, obwohl manche Branchenkenner bezweifeln, dass dies der Bertelsmann-Beteiligung unter Christoph Mohn (40) gelingt.

Der Chef von Lycos Europe ist der Sohn von Reinhard Mohn, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Bertelsmann AG, die an Lycos Europe mit 20 Prozent beteiligt ist. Die Bertelsmann AG gehört mit Gruner und Jahr, Random House, RTL, BMG und Arvato zu den größten Medienkonzernen Europas.

Der als disziplinierter Arbeiter bekannte Christoph Mohn wirkte u. a. für die Bertelsmann Music Group, die Unternehmensberatung McKinsey und wird als zukünftiger „Kronprinz“ für die Leitung der Bertelmann AG gehandelt. Mohn ist mit gut 12 Prozent an Lycos Europe beteiligt und soll hier, so sagen es Branchenkenner, seine unternehmerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dafür arbeitet Mohn in Gütersloh und seine über 700 Lycos-Mitarbeiter in ganz Europa hart und bis zu 16 Stunden täglich.

Zu Mohns ersten Maßnahmen bei Lycos zählte 1997 die Anbahnung einer Kooperation der Bertelsmann AG mit der amerikanischen Lycos Inc, die 1994 eine der ersten Suchmaschinen im Netz startete. Aus diesem Joint Venture ging die Lycos Europe N.V. hervor, die Christoph Mohn seitdem als Chief Executive Officer führt.

Im Interview mit ADZINE kündigt Mohn für das Frühjahr den Start einer neuartigen Suchmaschine an, die u. a. auch Community-Inhalte auffinden soll.

Adzine:
Herr Mohn, der Umsatz von Lycos Europe 2005 steigt, der Aktienkurs auch, der Fehlbetrag wurde fast halbiert. Schafft es Lycos sechs Jahre nach dem Börsengang endlich in die schwarzen Zahlen?

Christoph Mohn: Wir haben Lycos Europe für das Geschäftsjahr 2006 konsequent auf Gewinn ausgerichtet. Ich sehe diesem Ziel optimistisch entgegen, da die Zahlen auf Umsatz- und Ergebnisseite diesen positiven Ausblick untermauern. Etwa die Hälfte unseres bereits abgeschlossenen 30 Millionen Euro-Kostensenkungsprogramms wird erstmals in 2006 ergebniswirksam, so dass wir den größten Teil der noch bestehenden Ergebnislücke bereits geschlossen haben. Die verbleibende Lücke wollen wir über steigende Umsätze schließen.

Adzine: Was macht Sie so optimistisch?

Christoph Mohn: Lycos Europe verfügt über eine schlagkräftige Aufstellung und vereint Kreativität mit technologischem Know-how, so dass wir regelmäßig mit neuartigen Angeboten und Services mehr Nutzer an uns binden. Lycos Europe hat seit dem Börsengang im Jahr 2000 das Geschäftsmodell, das damals noch zu 95 Prozent rein auf Werbeumsätzen basierte, auf eine weitaus breitere und stabilere Basis stellen können. Nahezu ausgeglichen steuern nunmehr drei starke Bereiche jeweils rund ein Drittel zum Gesamtumsatz bei: Online-Werbung, Internet-Zugang, Bezahldienste und Shopping. Einer unserer Erfolgsfaktoren und gleichzeitig unser Hauptaugenmerk ist die intelligente Verknüpfung von technologischen Weiterentwicklungen mit kreativen Ideen – meines Erachtens liegt hierin unser Haupt-Asset, das auch zukünftig unser Handeln bestimmen wird.

Adzine: Welchen Anteil haben der Online-Werbe-Boom, kostenpflichtige Inhalte und der E-Commerce an der positiven Entwicklung?

Christoph Mohn:
Mit Bezahldiensten und Shopping haben wir innerhalb von nur drei Jahren einen Bereich aufgebaut, der schon jetzt die Umsatzdimension unseres Geschäfts mit der Online-Werbung erreicht hat. Ohne Zweifel erwarte ich von diesem Bereich, dass er auch in den kommenden Jahren die größten Steigerungsraten erzielt. Allein in diesem Bereich rechnen wir mit einem Umsatz von 100 Millionen Euro im Jahr 2007. Ständige Produktverbesserungen bei unseren Bezahldiensten wie auch der anhaltende Boom im Online-Shopping unterstützen dieses Ziel.

Die Online-Werbung hat gerade hierzulande durch einen einheitlichen, transparenten Messstandard durch die AGOF einen großen Schritt nach vorn gemacht. Unter anderem deshalb erwarten wir 2006 einen zweistelligen Zuwachs in der Online-Werbung. Für uns jedoch mindestens ebenso wichtig ist unsere starke Aufstellung bei Werbungtreibenden mit internationalen Kampagnen-Ansätzen – als Unternehmen mit Hauptsitz in Europa mit einem hohen Service-Niveau für unsere Kunden haben wir hier einen klaren Wettbewerbsvorteil den US-basierten oder anderen national agierenden Online-Vermarktern gegenüber.

Adzine: Wie ist das Portal, die Suchmaschine und der Freemail-Dienst im Vergleich zur Konkurrenz aufgestellt? Hat Lycos gegen Google, Web.de und Yahoo eine Chance?

Christoph Mohn: Mit europaweit rund 24 Millionen regelmäßigen Nutzern („unique usern“) gehören wir klar zu den führenden Adressen im Web. Im Gegensatz zu anderen Anbietern, die mit einem einzigen spezifischen Such- oder Mail-Produkt gestartet sind und erst allmählich das Portalgeschäft für sich entdecken, hat Lycos Europe bereits vor circa vier bis fünf Jahren damit begonnen, sich von einem reinen Suchmaschinenbetreiber zu einem vollständigen Portal zu wandeln und darüber eigene Web-Tools zu vertreiben.

Adzine: Stimmt es, dass es bald eine neue Lycos Suchmaschine geben wird? Ist Ihnen die bisherige Lösung nicht gut genug?

Christoph Mohn:
Unser Ansatz und Bestreben im Suchmaschinenmarkt muss darin liegen, eine andere und nach Möglichkeit verbesserte Suchmaschine als Google oder Yahoo zu entwickeln. Wir sind sehr aktiv im Bereich der Spezial-Suchen, beispielsweise mit der Produkt- und Preis-Suchtechnologie, mit der wir europaweit der zweitstärkste Anbieter sind. Im Frühjahr 2006 werden wir ein komplett neues Produkt für die Suche im Internet präsentieren, das erstmals die Suche mit dem Community-Ansatz verknüpft. Als Anbieter des europaweit größten Webchats haben wir im Communitybereich einen Erfahrungsschatz, den wir unseren Konkurrenten gegenüber nun im Suchmaschinenbereich ausspielen werden.

Im E-Mail-Bereich konnten wir in den vergangenen Jahren in der Produktqualität zu unseren Mitbewerbern aufschließen, insgesamt rund 30 Millionen Mail-Accounts sprechen eine deutliche Sprache für die Attraktivität von Lycos Mail. Gerade bei Design, Usability und nicht zuletzt der Spam-Abwehr haben wir große Fortschritte gemacht, was wir im laufenden Jahr bei einer neuen Version weiter ausbauen werden.

Adzine: Mehr Marktanteile im Suchmarkt zu gewinnen, kann sehr teuer werden und viel Kommunikation und Werbung notwendig machen. Wird man den angekündigten Gewinn im Zweifel der Behauptung als Suchmaschine opfern?

Christoph Mohn:
Lycos Europe ist als Suchmaschine gestartet, dieser Bereich ist sozusagen in der DNA des Unternehmens fest verankert. Unser Engagement in diesem Markt und die Weiterentwicklungen respektive Neuentwicklungen 2006 sind Ausdruck dessen. Unser Ziel liegt darin, ein unverwechselbares Produkt anzubieten – und ich bin mir sicher, dass uns dies gelingen wird.

Adzine: Viele Provider versehen ihre Portale mit mobilem Content und neuen Breitband-Funktionen, wie Audio und Video, um mehr Nutzer anzulocken und für Werbekunden interessanter zu werden. Welche inhaltlichen Schwerpunkte sind bei Lycos für 2006 geplant?

Christoph Mohn:
Im Weltmeisterschaftsjahr 2006 steht bei uns die Markteinführung neuer Produkte und Services im Vordergrund. Im Bereich der Internet-Suche, im Communitybereich und bei Communication-Anwendungen werden wir überraschende Ansätze präsentieren. Als Internetzugangs-Anbieter (ISP) bleiben wir weiter unserer Strategie treu, Qualitätsprodukte zu einem äußerst attraktiven Preis auf den Markt zu bringen, sozusagen als „Ryanair“ der ISP-Branche. Schon jetzt verfügen wir portalseitig über verschiedenste Inhalte, die insbesondere für die breitbandige Internetnutzung geeignet sind – Musik, Filmtrailer, Spiele zum Beispiel. In diesem Bereich werden wir uns 2006 weiter verstärken.

Adzine: Wo wird Lycos in sechs Jahren stehen? Gestartet als Suchmaschine, später Zugangsprovider, heute Alles-in-einem-Anbieter und bald ein Triple-Player?

Christoph Mohn: Das Thema Triple-Play kann für einen Anbieter wie Lycos Europe nicht ein Langzeitziel darstellen, in diesem Bereich werden die Weichen schon früher gestellt. Lycos Europe bringt alle Voraussetzungen mit, um im Portal-, Kommunikations- und Community-Bereich genauso Spitzenplätze zu belegen wie im Shoppingbereich.

Adzine: Herr Mohn, Adzine bedankt sich für das Gespräch.